Eigenes Vodafone-Ökosystem aus Social, Cloud und Apps mit dedizierter Samsung-Hardware-Linie.
Kontext
Ab 2007 wurde der digitale Markt durch Apple und Google neu vermessen. Vodafone 360 – intern Now+ – war der strategische Versuch, dem mit einer eigenen, hersteller- und betreiber-übergreifenden Plattform zu begegnen: Social, Cloud und Apps als integriertes Vodafone-Ökosystem, mit eigener Hardware-Linie durch Samsung (H1 und M1).
Beitrag
Führung des globalen UX-Teams für das Projekt; Verantwortung für Interface, Informationsarchitektur und Funktionalität über die fünf Produktsäulen – „360 People” (sozialer Kontaktgraph), „iDashboard” (Identitätsverwaltung über Netzwerke hinweg), „Master(Re)mind” (kontextualisiertes Kommunikationsgedächtnis), „Noise Control” (situatives Profilmanagement) und „LifeDrive” (Cloud-Langzeitspeicher). Enger Zug zwischen Plattform-UX und Samsung-Hardware (H1 und M1) – abgestimmte Optimierung von Software und Hardware in zwei dedizierten Flagship-Geräten.
Parallel intern für eine offenere Strategie plädiert – Vodafone 360 nicht als geschlossenes Vodafone-Ökosystem, sondern als integrierende Schicht über Partnerschaften mit führenden Drittplattformen, darunter konkret eine frühe Anbahnung mit Spotify. Diese Linie wurde auf Konzernebene nicht weiterverfolgt; festgehalten am Walled-Garden-Modell.
Der Wettbewerbsdruck von Apple und Google war ab 2010 nicht mehr einzuholen; die technische Komplexität eines eigenen, herstellerübergreifenden Ökosystems war in der Kombination aus heterogener Betriebssystem-Landschaft und begrenztem Geräteportfolio überdehnt. 2011 wurde die Strategie umgestellt und Vodafone 360 ausgephased, der Fokus auf Partnerschaften mit Android und iOS verschoben.
Die Phase markiert auch den Übergangspunkt vom Konzern zum Unternehmertum – der Wechsel zu iconmobile 2009 war die Konsequenz aus dieser strategischen Erfahrung.